Strategie

Wettbewerbsanalyse erstellen: Schritt für Schritt

Aktualisiert am · von Mehmet Soysal

Eine Wettbewerbsanalyse erstellen Sie in fünf Schritten: relevante Wettbewerber identifizieren, Bewertungskriterien festlegen, Daten sammeln (besonders zur digitalen Sichtbarkeit wie Rankings, Website und Bewertungen), Stärken und Lücken bewerten und die Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen für Ihr Unternehmen übersetzen.

„Wer sind eigentlich meine Mitbewerber, und was machen die besser?“ Diese Frage stellen sich viele Selbstständige und KMU erst, wenn die eigenen Anfragen ausbleiben. Eine strukturierte Wettbewerbsanalyse gibt darauf eine ehrliche Antwort, bevor Sie wertvolle Zeit und Budget in die falsche Richtung investieren. Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen, mit besonderem Blick auf die digitale Sichtbarkeit.

Kurze Antwort

Eine Wettbewerbsanalyse erstellen Sie in fünf Schritten: Sie identifizieren Ihre relevanten Wettbewerber (direkte und indirekte), legen Bewertungskriterien fest, sammeln Daten zu Angebot, Preis und vor allem digitaler Sichtbarkeit, bewerten Stärken und Lücken und übersetzen die Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen für Ihr Unternehmen. Entscheidend ist, dass am Ende nicht eine schöne Tabelle steht, sondern eine klare Handlung.

Schritt 1: Wettbewerber identifizieren

Bevor Sie analysieren, müssen Sie wissen, wen Sie analysieren. Unterscheiden Sie dabei zwei Gruppen:

  • Direkte Wettbewerber bieten dasselbe Angebot für dieselbe Zielgruppe an, etwa ein anderer Handwerksbetrieb in Ihrer Stadt oder eine vergleichbare Beratung in Ihrer Region.
  • Indirekte Wettbewerber lösen dasselbe Problem auf anderem Weg. Wer eine Reinigungsfirma sucht, könnte sich stattdessen für ein Reinigungsgerät oder eine private Hilfe entscheiden.

So finden Sie beide Gruppen: Suchen Sie bei Google nach Ihren wichtigsten Leistungen in Kombination mit Ihrem Ort, zum Beispiel „Steuerberater Stuttgart“. Notieren Sie, wer auf den ersten Plätzen erscheint und wer Anzeigen schaltet. Werfen Sie zusätzlich einen Blick auf Google Maps, um lokale Anbieter zu erfassen. Ergänzen Sie die Liste um Namen, die Ihnen Kunden im Gespräch nennen. Für den Start reichen fünf bis acht echte Wettbewerber, sonst verlieren Sie sich in Details.

Schritt 2: Kriterien festlegen

Eine Analyse ist nur so gut wie ihre Kriterien. Legen Sie vorab fest, was Sie überhaupt vergleichen wollen, damit Sie alle Wettbewerber nach denselben Maßstäben bewerten. Bewährt haben sich:

  • Angebot und Leistungsspektrum: Was genau bieten sie an, was nicht?
  • Preisniveau und Positionierung: günstig, mittig oder premium?
  • Digitale Sichtbarkeit: Wie gut ranken sie bei Google, wie überzeugend ist die Website?
  • Bewertungen und Reputation: Wie viele Bewertungen, welche Note, wie wird auf Kritik reagiert?
  • Zielgruppe und Kommunikation: Wen sprechen sie an und in welchem Ton?

Wählen Sie die Kriterien, die für Ihre Branche wirklich kaufentscheidend sind. Mehr als sechs bis acht sollten es selten sein.

Schritt 3: Daten sammeln, besonders zur digitalen Sichtbarkeit

Jetzt geht es ans Recherchieren. Für die klassischen Punkte wie Angebot und Preise reicht oft ein Besuch auf der Website. Spannender und für viele Unternehmen wichtiger ist die digitale Sichtbarkeit, denn dort entscheidet sich, wen ein Kunde überhaupt findet.

Prüfen Sie konkret:

  • Google-Rankings: Für welche Suchbegriffe taucht der Wettbewerber weit oben auf? Suchen Sie selbst nach den relevanten Begriffen und beobachten Sie die Reihenfolge. Wer hier sichtbar ist, gewinnt Anfragen, bevor Sie überhaupt ins Spiel kommen. Wie Sie selbst dort besser werden, erklären wir auf unserer Seite zu SEO Stuttgart.
  • Website-Qualität: Wirkt die Seite modern, lädt sie schnell, ist sie auf dem Handy gut bedienbar? Gibt es klare Handlungsaufforderungen und Vertrauenselemente?
  • Google-Unternehmensprofil: Ist das Profil gepflegt, mit aktuellen Öffnungszeiten, Fotos und Beiträgen? Ein vernachlässigtes Profil ist eine offene Flanke beim Wettbewerber und eine Chance für Sie.
  • Bewertungen: Anzahl, Durchschnittsnote und vor allem der Umgang mit negativer Kritik sagen viel über die Kundenbeziehung aus.

Halten Sie alles in einer einfachen Tabelle fest. Genau das macht den Vergleich später greifbar.

Schritt 4: Bewerten und Lücken finden

Aus den gesammelten Daten wird erst dann eine Analyse, wenn Sie sie nebeneinanderstellen. Eine kompakte Wettbewerber-Matrix hilft dabei. Das folgende Beispiel mit generischen Platzhaltern zeigt den Aufbau:

Wettbewerber Angebot Preisniveau Website/SEO Bewertungen Lücke
Anbieter A (Beispiel) breit premium stark, Top-3-Rankings viele, sehr gut kaum lokaler Bezug
Anbieter B (Beispiel) schmal günstig veraltete Website wenige, gemischt schwache Sichtbarkeit
Anbieter C (Beispiel) mittel mittig gute Website, mäßiges SEO mittel, gepflegt kein aktives Profil

So entsteht auf einen Blick ein Bild davon, wo der Markt bereits gut bedient ist und wo Lücken klaffen. Vielleicht hat niemand eine wirklich schnelle, mobil optimierte Website. Vielleicht reagiert keiner professionell auf Bewertungen. Genau diese Lücken sind Ihre Chancen.

Schritt 5: In Strategie übersetzen

Die beste Analyse nützt nichts, wenn sie in der Schublade landet. Leiten Sie aus jeder erkannten Lücke eine konkrete Maßnahme ab. Wenn die Konkurrenz online schlecht sichtbar ist, lohnt sich eine Investition in SEO und eine bessere Website besonders. Wenn alle premium positioniert sind, könnte ein klares, faires Preisversprechen Sie abheben. Wenn niemand aktiv Bewertungen sammelt, bauen Sie genau hier einen Vorsprung auf.

Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Kopieren Sie nicht einfach den stärksten Wettbewerber, sondern suchen Sie die Position, die zu Ihren Stärken passt. Wer Unterstützung bei dieser Einordnung möchte, findet sie bei unserer Marktanalyse & Wettbewerbsanalyse Stuttgart, wo wir genau diesen Schritt gemeinsam mit Ihnen gehen.

Tools und Quellen

Sie brauchen keine teure Software, um zu starten. Für den Einstieg genügen:

  • Google-Suche und Google Maps für Rankings, Profile und lokale Anbieter
  • Ein Tabellenblatt (etwa Google Tabellen oder Excel) für die Wettbewerber-Matrix
  • Die Google Search Console für die eigene Sichtbarkeit
  • Bewertungsportale und Google-Unternehmensprofile für die Reputation

Für tiefere SEO-Daten gibt es spezialisierte Tools, doch die werden erst relevant, wenn die Grundlagen sitzen. Setzen Sie nicht auf das teuerste Werkzeug, sondern auf eine regelmäßige, saubere Auswertung.

Typische Fehler

Drei Stolperfallen sehen wir immer wieder:

  • Nur auf direkte Wettbewerber schauen und indirekte Lösungen übersehen, die Kunden ebenso abwerben.
  • Die Analyse einmal machen und dann vergessen. Rankings und Angebote ändern sich laufend, eine veraltete Analyse führt zu falschen Schlüssen.
  • Daten sammeln, aber nichts daraus ableiten. Eine Tabelle ohne Maßnahmen ist verlorene Zeit.

Vermeiden Sie diese Fehler, und Ihre Analyse wird zu einem echten Steuerungsinstrument statt zu einer einmaligen Fleißaufgabe.

Fazit

Eine Wettbewerbsanalyse zu erstellen ist kein Hexenwerk: Wettbewerber identifizieren, Kriterien festlegen, Daten sammeln, bewerten und in Maßnahmen übersetzen. Der größte Hebel liegt heute in der digitalen Sichtbarkeit, denn dort entscheidet sich, wer überhaupt gefunden wird. Schon eine erste, ehrliche Analyse zeigt Ihnen, wo Ihre Chancen liegen.

Sie möchten Ihren Markt nicht allein durchleuchten? Im kostenlosen Erstgespräch werfen wir gemeinsam einen Blick auf Ihre Wettbewerber und Ihre digitale Sichtbarkeit. Mehr dazu finden Sie auch auf unserer Seite Marktanalyse & Wettbewerbsanalyse Stuttgart.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema

Wie erstellt man eine Wettbewerbsanalyse?
In fünf Schritten: Wettbewerber identifizieren (direkte und indirekte), Bewertungskriterien festlegen, Daten sammeln, Stärken und Schwächen bewerten und daraus Maßnahmen ableiten. Achten Sie besonders auf die digitale Sichtbarkeit, weil dort die meisten Kunden heute zuerst suchen und vergleichen.
Was gehört in eine Wettbewerbsanalyse?
Wer Ihre direkten und indirekten Wettbewerber sind, ihr Angebot und Preisniveau, ihre digitale Sichtbarkeit (Google-Rankings, Website, Bewertungen, Google-Unternehmensprofil) sowie ihre Stärken und Schwächen. Daraus leiten Sie ab, wo Ihre eigene Lücke oder Ihr Vorsprung liegt.
Wie finde ich meine wichtigsten Wettbewerber?
Suchen Sie bei Google nach Ihren wichtigsten Leistungen plus Ort und schauen Sie, wer dort auftaucht. Ergänzen Sie Anbieter, die Kunden Ihnen nennen, sowie indirekte Wettbewerber, die dasselbe Problem anders lösen. So entsteht ein realistisches Bild Ihres Marktes.
Welche Tools brauche ich für eine Wettbewerbsanalyse?
Für den Start reichen Google-Suche, Google Maps und ein einfaches Tabellenblatt. Für tiefere SEO-Daten helfen Tools wie die Google Search Console oder spezialisierte Anbieter. Wichtig ist nicht das teuerste Tool, sondern eine saubere, regelmäßige Auswertung.
Wie oft sollte man eine Wettbewerbsanalyse machen?
Eine gründliche Analyse mindestens einmal im Jahr, dazu kürzere Checks alle drei bis sechs Monate. Märkte, Rankings und Angebote verändern sich laufend. Eine veraltete Analyse führt zu falschen Entscheidungen, deshalb gehört der Blick auf den Wettbewerb regelmäßig auf die Agenda.
Ist eine Wettbewerbsanalyse auch für kleine Unternehmen sinnvoll?
Gerade dann. Kleine Unternehmen und Selbstständige können sich Fehlentscheidungen schlecht leisten. Eine Wettbewerbsanalyse zeigt, wo Sie sich abheben können und wo der Markt schon gut bedient ist, bevor Sie Zeit und Budget investieren.

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